In der Wissenschaft wird das Thema nur geringfügig beleuchtet: An der Uni Münster existiert das Institut für Handelsmanagement und Netzwerkmarketing unter der Leitung von Dieter Ahlert.[7] Claudia Groß[8] verfasste 2008 eine Dissertation mit dem Titel Multi-Level-Marketing – Identität und Ideologie im Network-Marketing, deren Ergebnisse im Netz präsentiert werden.[9] Weitere Publikationen zu dem Thema siehe im Abschnitt Literatur.
Bei einer weiteren typischen Organisationsform wird nach einem definierten Karriereplan nur ein Bruchteil der Provisionen direkt ausgeschüttet. Der Rest wird innerhalb der Organisation verteilt. Durch Erfahrung bzw. Leistungen steigen die Mitglieder in Stufen auf und erhalten einen höheren Anspruch auf Boni. Die Anzahl der Stufen variiert von Unternehmen zu Unternehmen. Bei der Ergo Pro (vormals HMI) erhält ein Einsteiger für seine Vermittlungen nur etwa ein Viertel der Vermittlungsprovision. Den überwiegenden Anteil der Vergütung verteilt die Organisation an Vertreter oberhalb der Karrierestufe des Vermittlers für die Betreuung und Einarbeitung, Bürokosten, Aus- und Fortbildung sowie Motivationsarbeit nach einem festgelegten Karriereplan.

Der weltweite Marktanteil der Network-Marketing-Branche am gesamten Einzelhandel liegt deutlich unter 1 Prozent. Informationen des Weltbranchenverbands World Federation of Direct Selling Associations zufolge wurden 2011 154 Milliarden US-Dollar im Direktvertrieb umgesetzt. Davon entfielen 20 % (~30 Milliarden) auf die USA, gefolgt von Japan mit 16 %.[10]


Der häufig hiermit verwechselte Begriff des „Schneeballsystems“ wird für eine illegale Variante des Netzwerk-Marketings verwendet, bei dem die Akquise neuer Mitarbeiter oder Mitspieler im Vordergrund steht, und nicht der tatsächliche Vertrieb von Produkten oder Dienstleistungen.[1] Aus Sicht von Netzwerk-Marketing-Unternehmen ist der Grund für die Verwechslung die fehlende Lernbereitschaft der „Neueinsteiger“, die nicht bereit sind, sich das Wesen des Geschäftes anzueignen, um unlautere Methoden zu vermeiden. Kritiker führen jedoch an, dass aggressive, bisweilen unlautere Werbemethoden für Produkte und neue Mitarbeiter bereits in vielen Netzwerk-Marketing-Systemen angelegt sind und die Verantwortung dafür nur auf die unteren, ausführenden Ebenen abgeschoben wird.
It was not until August 23, 2005 that the State Council promulgated rules that dealt specifically with direct sale operation- Administration of Direct Sales (entered into effect on 1 December 2005) and the Regulations for the Prohibition of Chuanxiao (entered into effect on 1 November 2005). When direct selling is allowed, it will only be permitted under the most stringent requirements, in order to ensure the operations are not pyramid schemes, MLM, or fly-by-night operations.
Unternehmen im Netzwerk-Marketing weisen potenzielle Geschäftspartner oft nicht auf die Gefahr der Marktsättigung hin. Es wird häufig der Eindruck erweckt, jede weitere Ebene der Downline würde genug Menschen vorfinden, die das entsprechende Produkt kaufen möchten. Bei exponentiell steigender Verkäuferzahl kann eine Sättigung schnell erreicht sein (Parallele zum illegalen Schneeballsystem). Neueinsteiger treffen schnell an die Grenze der Marktsättigung, wenn das private Umfeld ausgeschöpft ist.
Für den Außenstehenden ist es oft schwierig, ein Schneeballsystem von einem legalen Strukturvertrieb wie Multilevel Marketing, wo der Vertrieb im Netzwerk der Vertriebspartner erfolgt, abzugrenzen. Denn der Übergang zwischen Schneeballsystem und legalem Direktvertrieb ist fließend. Ein wichtiger Aspekt für die Abgrenzung zum Schneeballsystem besteht in der Frage, ob der Kunde das Produkt auch kaufen würde, wenn er keine Provision erhalten würde, wenn er durch Empfehlungsmarketing neue Kunden oder Vertriebspartner gewinnt. Denn genau das ist charakteristisch für ein Schneeballsystem: Im Vordergrund steht im Schneeballsystem nämlich nicht das Produkt, sondern die Provision für die Gewinnung neuer Kunden und Vertriebspartner.
Die Bezeichnung der Aufbauorganisation als Netzwerk ist insofern nicht korrekt, als in einem Netzwerk die einzelnen Punkte sowohl horizontal, vertikal als auch diagonal miteinander verbunden sind und miteinander interagieren. Mit Netzwerk ist hier vielmehr die Art des Vertriebs gemeint: Der Verkauf findet zum einen über Empfehlungsmarketing statt und zum anderen im persönlichen Umfeld des Beraters. Dieser baut mit zunehmender Größe seiner Struktur ein größeres soziales Netzwerk auf, um neue Berater für sich bzw. das Unternehmen zu gewinnen. Das Vernetzungsmuster ähnelt dem Verhalten von Benutzern der sozialen Netzwerke im Internet, wie Facebook, XING, LinkedIn, MeinVZ. Potenzielle Mitglieder werden entgeltlich oder unentgeltlich von Mitgliedern „eingeladen“, der Organisation beizutreten.
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