Zugleich wurden der Direktvertrieb und das Empfehlungsmarketing im persönlichen Netzwerk in den USA erfunden. Denn als die Wirtschaft in den 1930er und 1940er Jahren darnieder lag, suchte man neue Wege für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg. Schnell fand man heraus, welch wichtige Rolle Kaufempfehlungen aus dem persönlichen Netzwerk für die Kaufentscheidung spielen. Denn wer die Wahl hat, bevorzugt ein Produkt, das ihm aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis empfohlen wurde, statt zu einem unbekannten zu greifen. Diese Tatsache bildete die Grundlage für das Empfehlungsmarketing des MLM – und für die Mitarbeiter bedeutet die Teilnahme an dieser Form von Direktmarketing einen ersten Schritt in die Selbständigkeit und ein gutes passives Einkommen.
Wer die Existenzgründung und die spätere Selbstständigkeit im Direktvertrieb ins Auge fasst, sollte natürlich mit einer guten Gründungsstrategie an den Start gehen und auch einen Businessplan aufstellen. Gegebenenfalls lohnt sich auch ein Rhetorikkurs. Denn der Schlüssel zum Erfolg im Direktvertrieb liegt darin, möglichst viele Menschen aus dem persönlichen Netzwerk vom Einstieg zu überzeugen. Nur so ist es möglich, ein neues Netzwerk im Netzwerk aufzubauen. Auf diese Weise lässt sich hervorragend passives Einkommen schaffen. Denn bei jeder Bestellung durch den Neukunden erhält der Werber eine Provision – ebenso wenn im Direktvertrieb keine neuen Teilnehmer, sondern Kunden geworben werden. Im Lauf der Zeit kann der Direktvertrieb zum Selbstläufer werden und sichert durch passives Einkommen die finanzielle Unabhängigkeit.
Der Neurologe Manfred Stöhr warnt beispielsweise vor Anti-Aging-Produkten, die sowohl im Netzwerk-Marketing als auch auf diversen Teleshopping-Sendern angeboten werden, und bezeichnet Produkte wie Naturerde, Himalayasalz oder Apfelessig als weitgehend wirkungslos und reine Geschäftemacherei. Den Einsatz von Hormonen wie Testosteron oder Melatonin gegen das Altern bezeichnet er sogar als gefährlich.[18]
Die Organisationsstruktur des Netzwerk-Marketings ähnelt grafisch einer Pyramide mit einer nach oben abnehmenden Anzahl von Netzwerkmitgliedern (vermittelnde Kunden bzw. Geschäftspartner). Hauptunterschiede zu klassischen Unternehmen sind die im Netzwerk-Marketing flachen Hierarchien, da die übergeordneten Netzwerkmitglieder keine formale Weisungsbefugnis besitzen. Allerdings weisen Unternehmen oft weniger Hierarchieebenen auf.
Aus diesem Zusammenhang heraus besteht nur bedingter Bedarf, die Eignung der angeworbenen Konsumgüterrepräsentanten zu prüfen; stattdessen besteht ein erheblicher Ansporn, möglichst viele Personen, auch solche ohne kaufmännische Ausbildung und Verkaufstalent, anzuwerben, die im schlechtesten Falle weder die Produkteigenschaften beurteilen können noch Kenntnisse über das Handelsrecht bzw. die kundenorientierte Führung von Verkaufsgesprächen besitzen. Da die neuen Netzwerk-Marketing-Mitarbeiter hier meistens im persönlichen Umfeld verkaufen und anwerben, ist vor allem die Zahl der neu Geworbenen entscheidend, deren Bekanntenkreis so abgeschöpft werden kann. Allerdings kosten ungeeignete Geschäftspartner den Netzwerk-Marketing-Mitarbeiter Zeit und Geld für die Anwerbung und das Anlernen der nachgeordneten Mitarbeiter.
Eine erste Operationalisierung erfuhr das Empfehlungsgeschäft mit dem Aufkommen der großen Direktvertriebsorganisationen in den USA in den 1950er und 1960er Jahren. Während die damalige industrielle Massenproduktion einerseits im klassischen Handelsgeschäft über den Fach- und Einzelhandel ihren Absatzkanal fand, begannen einzelne Hersteller damit, ihre Produkte ohne Zwischenhandel direkt an den Endkunden mit Hilfe strukturierter, hierarchisch organisierter Vertreter weiträumig zu vermarkten.

MLMs are designed to make profit for the owners/shareholders of the company and a few individual participants at the top levels of the MLM pyramid of participants. According to the U.S. Federal Trade Commission (FTC), some MLM companies already constitute illegal pyramid schemes even by the narrower existing legislation, exploiting members of the organization.[23]

The main sales pitch of MLM companies to their participants and prospective participants is not the MLM company's products or services. The products/services are largely peripheral to the MLM model. Rather, the true sales pitch and emphasis is on a confidence given to participants of potential financial independence through participation in the MLM, luring with phrases like "the lifestyle you deserve" or "independent distributor."[17] Erik German's memoir My Father's Dream documents the real life failures of German's father as he is lured into "get-rich-quick schemes" such as Amway.[18] The memoir illustrates the multi-level marketing sales principle known as "selling the dream".[19]
Bei einer weiteren typischen Organisationsform wird nach einem definierten Karriereplan nur ein Bruchteil der Provisionen direkt ausgeschüttet. Der Rest wird innerhalb der Organisation verteilt. Durch Erfahrung bzw. Leistungen steigen die Mitglieder in Stufen auf und erhalten einen höheren Anspruch auf Boni. Die Anzahl der Stufen variiert von Unternehmen zu Unternehmen. Bei der Ergo Pro (vormals HMI) erhält ein Einsteiger für seine Vermittlungen nur etwa ein Viertel der Vermittlungsprovision. Den überwiegenden Anteil der Vergütung verteilt die Organisation an Vertreter oberhalb der Karrierestufe des Vermittlers für die Betreuung und Einarbeitung, Bürokosten, Aus- und Fortbildung sowie Motivationsarbeit nach einem festgelegten Karriereplan.
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